Lokale Allianz für Menschen mit Demenz – Hemer

Die Bundesregierung hat 2012 eine Allianz für Demenz ins Leben gerufen. In Deutschland sind etwa 1.2 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Ihre Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten und das soziale Umfeld entsprechend zu stabilisieren, ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Menschen mit Demenz brauchen unsere Hilfe und unser Verständnis. Die meisten Erkrankten leben bei ihren Angehörigen in der gewohnten häuslichen Umgebung. Pflegende Angehörige dürfen nicht überfordert werden, auch sie benötigen Hilfe und Unterstützung.

Um diesem wachsenden Bedarf auf Dauer gerecht zu werden, benötigen wir funktionierende soziale Netzwerke auch jenseits der Familien, die im Lebensumfeld der Erkrankten alltäglich wirksame Unterstützung leisten können. Ein offener und angstfreier Umgang mit Menschen mit Demenz ist das gemeinsame Ziel, verbunden mit demenzspezifischem Wissen und mehr Verständnis für Erkrankte.

Im April 2013 wurde ein Bundesförderprogramm zum Aufbau von Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz ausgeschrieben. Der Verein Netzwerk Demenz Hemer hat sich mit der Stadt Hemer als Kooperationspartner beworben und wurde ausgewählt. Der Förderzeitraum beträgt zwei Jahre.

Im November 2013 nahm die ‚Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Hemer‘ offiziell ihre Arbeit auf.

(v.l. Christina Ruthmann, Horst Riedel, Bürgermeister Michael Esken, Gudrun Gille,
Sozialamtsleiter Klaus Erdmann, Hildegard Seidl, Michael Heilmann)

Folgende Ziele haben wir uns gesetzt:

  1. Entlastungsangebote ausbauen

Wir wollen Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung der Lebenssituation für Betroffene, pflegende Angehörige und ihre Familien weiter ausbauen. Dies sind der ehrenamtliche, häusliche Besuchsdienst und die Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Demenz und für Menschen mit Demenz im Frühstadium.

  1. Zusammenarbeit fördern

Gemeinsam mit professionellen Diensten in Hemer (Pflegedienste, Ärzte, Krankenhäuser) soll auf der fachlichen, demenzspezifischen Ebene, die Kommunikation und die Zusammenarbeit untereinander im Interesse der Erkrankten und ihrer Familien verbessert werden.

  1. Information und Beratung anbieten

Menschen, die erstmalig mit der Demenzproblematik konfrontiert werden, sollen die Möglichkeit haben, in neutraler Umgebung wie z.B. im Anschluss an eine Veranstaltung zum Thema Demenz ihre Fragen zu stellen. Daneben sollen Internet – Informationsmöglichkeiten ausgebaut werden, mit Hinweisen auf die Beratungsangebote der Stadt Hemer und des Märkischen Kreises.

  1. Ein wertschätzendes gesellschaftliches und soziales Umfeld weiterentwickeln

Bank- und Postangestellte, Mitarbeitende im Einzelhandel, Menschen in Behörden, Bus- und Taxifahrer und Friseure sollen anhand von Fallbeispielen und Fachinformationen  Hilfen für den Umgang mit Demenzkranken erhalten.

  1. Stadtteil – bzw. ortsteilbezogen Unterstützungs- und Hilfeangebote aufbauen

Gemeinsam mit allen ehrenamtlichen und professionellen Akteuren in einem Ortsteil wie Vereinen, Kirchengemeinden und Familienzentren sowie den verantwortlichen  Kommunalpolitikern wollen wir Angebote für Demenzkranke entwickeln bzw. vorhandene Hilfen zusammen stellen und öffentlich machen.

  1. Neue Wohnformen für Demenzkranke vorstellen

In einer Informationsveranstaltung sollen die Hemeraner Bürger neue Modelle von Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, Tagespflege, das „Pflege – wohnen“,  „Pflege – Oasen“ und Dörfer für Demenzkranke kennen lernen, mit dem Ziel, die Angebotsvielfalt von Wohnen und Leben mit Demenz in Hemer zu erhöhen.

  1. 7Bewegung fördern

Es sollen in Informations- und Mitmachveranstaltungen Möglichkeiten und Aktivitäten  angeboten werden, um insbesondere das Risiko einer vaskulären Demenz zu mindern. Körperliche und geistige Fähigkeiten bei Menschen mit Demenz im Frühstadium sollen hierdurch gefördert, bzw. solange wie möglich erhalten bleiben.

  1. Entlastungsformen entwickeln für Demenzkranke und ihre Familien im Sterbeprozess

Gemeinsam mit dem ambulanten Hospizkreis Hemer e.V. und anderen Interessierten möchten wir Hilfen für die schwere Phase der Sterbebegleitung demenzkranker Menschen erarbeiten.

 

 

‚Lokale Allianz für Menschen mit Demenz – Hemer‘ ist ein Projekt des Netzwerk Demenz Hemer e. V. in Kooperationspartnerschaft mit der Stadt Hemer. Gefördert durch Mittel des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).