Kontakt  Netzwerk Demenz Hemer e.V. Vorsitzende: Gudrun Gille Sperberweg 3 58675 Hemer   Telefon 02372 1575 www.netzwerk-demenz-hemer.de E-Mail gille@netzwerk-demenz-hemer.de  Impressum  © Netzwerk Demenz Hemer 2021
Erfahrungsberichte
„Ich freue mich über die Begegnung mit Menschen so auch auf jede Betreuungsstunde. Frau Abe wirkte anfänglich sehr ängstlich und unsicher, der Gesichtsausdruck zeigte Traurigkeit. Es war notwendig, sich ihr vorsichtig zu nähern: meist saßen wir im Wohnzimmer, ich habe erst viel Distanz zwischen uns gelassen. Ich sage dann, heute geht es wohl nicht so gut…dann mag man gar nicht reden. Nach einer Weile bahnen sich erste Worte ihren Weg und es kommt zu einer Unterhaltung. Frau Abe sagt oft „das kann ich nicht“… Ich erwähne, dass ich häufig so vor mich hin singe, ohne jeden Anspruch und dass mir das gut tut. Zögerlich kommt ein „ja“, ich summe eine bekannte Melodie. Sie stimmt ein, summend, brummend, krächzend und dann müssen wir beide lachen…Auf meinen Vorschlag hin, für die nächste Woche den WDR einzuladen, werden wir fast ein bisschen albern… Ich erfuhr, dass sie früher alles im Griff hatte. Nun waren die Beeinträchtigungen in der Erinnerung, im Planen von Alltagsdingen und in der Orientierung für sie belastend. Sie deutete an, dass sie sich von ihrem Mann gedrängt fühlte, dies und jenes zu tun. Gefreut hat sie sich, dass ich ihr zuhöre, auch selbst etwas erzähle. Vermutlich hätten wir noch mehr miteinander tun können, z.B. bummeln gehen…“
Frau Pede hat sich in ihrem Leben mit Malerei und Fotografie intensiv beschäftigt. Es war die Idee ihrer Familie, ihr dies auch in Krankheit und Alter zu ermöglichen. Ein Beispiel–Tag: nach einer Tasse Kaffee im Esszimmer und Unterhaltung über verschiedene Motive zeige ich meinen Aquarell Farbkasten, Pinsel und Papiere. Frau Pede reagiert sehr interessiert, ist ganz bei der Sache. Sie holt ein Glas Wasser aus der Küche, dann greift sie beherzt zu Pinsel und Farbe und beginnt auf dem bereitgelegten Papier zu arbeiten. Wir bemerken beide, dass es zu glatt ist und so wird kurzerhand ein Stück Küchenpapierrolle zweckentfremdet… es entsteht ein erstes Vogelmotiv, angedeutete Blüten, ein Insekt. Das Malen macht sichtlich Freude und wir sprechen über den Entstehungsprozess. Farben werden gemischt und ausprobiert, verschiedene Pinselführungen eingesetzt. Am Ende leuchtet ein Paradiesvogel auf dem Stück Papier und die Freude ist groß. Frau Pede erzählt von Kursen bei der VHS, die sie dort als Dozentin gegeben hat. Es gibt aber auch Betreuungsstunden, da mag sie nicht aktiv werden, da kommen Selbstzweifel an ihrer Kunst und der Kummer, dass sie ja jetzt nichts mehr kann… Dann hilft es, von früher, von den guten Zeiten zu erzählen und auch von erfolgreichen Ausstellungen zu schwärmen.
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Erfahrungsberiche
„Ich freue mich über die Begegnung mit Menschen so auch auf jede Betreuungsstunde. Frau Abe wirkte anfänglich sehr ängstlich und unsicher, der Gesichtsausdruck zeigte Traurigkeit. Es war notwendig, sich ihr vorsichtig zu nähern: meist saßen wir im Wohnzimmer, ich habe erst viel Distanz zwischen uns gelassen. Ich sage dann, heute geht es wohl nicht so gut…dann mag man gar nicht reden. Nach einer Weile bahnen sich erste Worte ihren Weg und es kommt zu einer Unterhaltung. Frau Abe sagt oft „das kann ich nicht“… Ich erwähne, dass ich häufig so vor mich hin singe, ohne jeden Anspruch und dass mir das gut tut. Zögerlich kommt ein „ja“, ich summe eine bekannte Melodie. Sie stimmt ein, summend, brummend, krächzend und dann müssen wir beide lachen…Auf meinen Vorschlag hin, für die nächste Woche den WDR einzuladen, werden wir fast ein bisschen albern… Ich erfuhr, dass sie früher alles im Griff hatte. Nun waren die Beeinträchtigungen in der Erinnerung, im Planen von Alltagsdingen und in der Orientierung für sie belastend. Sie deutete an, dass sie sich von ihrem Mann gedrängt fühlte, dies und jenes zu tun. Gefreut hat sie sich, dass ich ihr zuhöre, auch selbst etwas erzähle. Vermutlich hätten wir noch mehr miteinander tun können, z.B. bummeln gehen…“
Frau Pede hat sich in ihrem Leben mit Malerei und Fotografie intensiv beschäftigt. Es war die Idee ihrer Familie, ihr dies auch in Krankheit und Alter zu ermöglichen. Ein Beispiel–Tag: nach einer Tasse Kaffee im Esszimmer und Unterhaltung über verschiedene Motive zeige ich meinen Aquarell Farbkasten, Pinsel und Papiere. Frau Pede reagiert sehr interessiert, ist ganz bei der Sache. Sie holt ein Glas Wasser aus der Küche, dann greift sie beherzt zu Pinsel und Farbe und beginnt auf dem bereitgelegten Papier zu arbeiten. Wir bemerken beide, dass es zu glatt ist und so wird kurzerhand ein Stück Küchenpapierrolle zweckentfremdet… es entsteht ein erstes Vogelmotiv, angedeutete Blüten, ein Insekt. Das Malen macht sichtlich Freude und wir sprechen über den Entstehungsprozess. Farben werden gemischt und ausprobiert, verschiedene Pinselführungen eingesetzt. Am Ende leuchtet ein Paradiesvogel auf dem Stück Papier und die Freude ist groß. Frau Pede erzählt von Kursen bei der VHS, die sie dort als Dozentin gegeben hat. Es gibt aber auch Betreuungsstunden, da mag sie nicht aktiv werden, da kommen Selbstzweifel an ihrer Kunst und der Kummer, dass sie ja jetzt nichts mehr kann… Dann hilft es, von früher, von den guten Zeiten zu erzählen und auch von erfolgreichen Ausstellungen zu schwärmen.